Sozial
Förderaspekte
Soziale Förderaspekte der Reitpädagogik
Geben und Nehmen, Nähe und Distanz, mein eigener Raum und der Raum des Anderen, sind unumgängliche Aspekte in der Interaktion mit dem Pferd. Die Reitpädagogik bietet somit ein breites Übungsfeld für soziale Verhaltensweisen.
Aber auch die Zusammenarbeit in der Gruppe zum Wohle des Pferdes und zur Erreichung gemeinsamer Ziele bringen alle Aspekte der Gruppendynamik ins Spiel.
Die Reitpädagogik fördert das Erkennen der Bedeutsamkeit von klaren Strukturen, und das Anerkennen und Einhalten einfacher Regeln über klare Sinnzusammenhänge. Über den Partner Pferd werden sehr klare Grenzen und somit auch klare Regeln gesetzt, die leicht als sinnvoll akzeptiert und verinnerlicht werden. Dennoch bedeutet dies manchmal, zugunsten des Tierwohls, die eigenen Wünsche loszulassen oder zumindest abzuändern. Über den Partner Pferd fällt das leichter, kann somit geübt und bestenfalls auf Alltagssituationen übertragen werden. Das Pferd fördert somit Einfühlungsvermögen, Frustrationstoleranz, Demut (im Ego) und Menschlichkeit.
Das Pferd wirkt in der Reitpädagogik über die Triangulation (Reitpädagoge - Pferd – Kunde) als Eisbrecher, und in den verschiedenen Lebensbereichen als sozialer Katalysator.
Das Pferd ist, agiert und reagiert in jedem Moment authentisch und wahrhaftig, und begegnet dem Menschen völlig wertungsfrei und vorurteilslos. Dies hat auf viele Menschen bereits eine befreiende, bewegende Wirkung und ermutigt dazu, auch eigene Masken fallen zu lassen und sich selbst neu zu erleben und entdecken. Zumal das Pferd eh hinter die Fassade blickt, und das wahre Wesen des Menschen erkennt und genau darauf reagiert. Die Ausrichtung in die Aufrichtigkeit, Authentizität und Wahrhaftigkeit geschieht natürlich nicht an einem Tag, sondern ist ein Entwicklungsprozess, ein Weg, auf den das Pferd den Menschen einlädt.
Über den Partner Pferd übt der Mensch Fürsorge für ein anderes Wesen und lernt Verantwortung zu übernehmen. Wer Verantwortung für jemand anderen übernimmt, passt auch besser auf sich selbst auf, damit er dieser Verantwortung auch gerecht werden kann.





