Seelisch
Förderaspekte
Seelische Förderaspekte der Reitpädagogik
Das große Tier Pferd mit seinem warmen, weichen Fell bietet die Möglichkeit zu großflächigem Körperkontakt, wobei das Berühren des Pferdes und Streicheln seines Felles, sowie das Liegen auf dem Pferd und gemeinsame Tätigkeiten mit dem Pferd sehr positive Emotionen auslösen. Das Pferd beruhigt, tröstet, entspannt, lässt Empathie, Harmonie, Authentizität und Wahrhaftigkeit erleben, gibt sicheren Halt, Vertrautheit, emotionale Zuwendung, spendet Vertrauen und Freude.
Der emotionale Bogen kann sich in der Reitpädagogik von Angst, Selbstzweifeln, Auseinandersetzung mit, und Bewältigung von Ängsten, über Vertrauen, Mut, Selbstsicherheit, Selbstbewusstsein, Zufriedenheit, Freude, Spaß, bis hin zu und großer Lebensfreude spannen. Die Interaktion mit dem großen Partner Pferd wirkt immer wieder ausgleichend. Bei Unsicherheit, Selbstzweifeln und geringer Eigenwertschätzung fördert die Begleitung am Pferd Selbstsicherheit, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Respektlosigkeit, Überheblichkeit und Selbstüberschätzung begegnet das Pferd mit seiner imposanten Erscheinung in einer natürlichen Autoritätsposition, was einen respektvollen, wertschätzenden und angemessenen Umgang erfordert und fördert. Somit entsteht die Möglichkeit, eine individuelle einseitige Polarisierung in die eine oder andere Richtung über die Interaktion mit dem Pferd in einer gesunden Mitte auszurichten.
“Das Mitgefühl für Lebewesen in ungleicher Gestalt ist vielleicht die höchste Form von emotionaler Intelligenz.”
Simon Gabriel
Der natürlich wiegende Rhythmus des Pferdes, welcher auf den Menschen übertragen wird, erinnert an das wogende, wellenartige Bewegt werden des noch ungeborenen Kindes im Mutterleib, und analog dazu, an das Treiben im Meer, wo alles Leben entstanden ist. Über diese vom Pferd auf den Menschen übertragene Bewegung können tiefere Ebenen berührt werden. Dieser Anstoß zur Regression, in Kombination mit dem großen, warmen, weichen Pferd, welches die menschlichen Bedürfnisse nach Körperkontakt, Nähe, getragen werden, Sicherheit, Geborgenheit und tiefem Vertrauen erfüllt, ermöglicht das Nachholen oder Festigen von Urvertrauen und Verwurzelung und stärkt das Gefühl von richtig sein.
Außerdem bietet das Pferd die Möglichkeit über den anthropomorphistischen Ansatz (Anthropomorphismus bedeutet die Zusprechung menschlicher Eigenschaften auf Tiere, Naturgewalten, Götter o.ä.) als Identifikations- und Projektionsfläche Zugang zu seelischen Blockaden, unterdrückten Gefühlen, Ängsten und inneren Konflikten herzustellen, und ermöglicht über den daraus resultierenden Perspektivwechsel Bewusstwerdung, Selbsterkenntnis, Einsicht und das Finden möglicher Lösungswege.
Das Pferd verbindet den Menschen mit der Natur. Die Bewegung in der frischen Luft, inmitten schöner, ruhiger Naturräume im Zyklus der Jahreszeiten ermöglicht naturnahes Erleben und Spüren, berührt die Seele, erdet, entschleunigt und entspannt. Die Annäherung an natürliche Rhythmen im Fluss des Lebens ist nicht nur Kraft- und Energiequelle, sondern fördert auch einen bewussten, verantwortungsvollen Umgang mit eigenen Ressourcen und den Ressourcen der Natur.




















