Förderaspekte
Körperlich
Körperliche Förderaspekte der Reitpädagogik
Reiten schult vor allem die Feinmotorik und stabilisiert den Körper.
In einer Minute überträgt das Pferd 90 - 110 mehrdimensionale Schwingungsimpulse auf den Reiter. Die dreidimensionale Bewegung des Pferdes wird vom Pferderücken aus auf das Becken des Reiters übertragen. Dieses Bewegungsmuster entspricht den physiologischen Gangbewegungen des Menschen.
“Das erstaunliche daran ist, dass dies genau dieselben Bewegungen sind, die der Mensch beim aufrechten Gang ausführt. Diese Art der Stimulation ist einzigartig, und kann in keiner anderen Bewegungsbehandlung erreicht werden.”
Therapie- und Ausbildungszentrum SanaAnimal
Die sich rhythmisch wiederholenden Bewegungen fordern vom Reiter einerseits die
passive Wahrnehmung des Bewegungsflusses und andererseits
ständige aktive Anpassungsreaktionen über Eigenbewegungen,
wobei über Tempovariationen, Richtungswechsel und Biegung, Gangart und Stellung, die Reizintensität variiert werden kann. Auch Zentrifugal-, Zentripedal- Beschleunigungs- und Bremskräfte können so fördernd eingesetzt werden.
Im Reitersitz wird durch das Kippen des Beckens eine gesunde, aufrechte Körperhaltung einfacher erreicht und gefördert, wodurch die Bauch- und gesamte Rückenmuskulatur trainiert wird, was wiederum zu einer Stabilisierung des gesamten Rumpfbereiches beiträgt. Dies wirkt vorbeugend oder korrigierend auf Haltungsprobleme. So wird die gesamte Körperhaltung verbessert und eine besonders für die Wirbelsäule, gesunde Körperhaltung geschult.
Die dreidimensionale Rotationsbewegung, die auf das Becken des Reiters übertragen wird, fördert den Muskelaufbau.
Auf der anderen Seite wirken die Wärme des Pferdes und die Rhythmik der Pferdebewegung lösend, und fördern den Abbau von muskulären An- und Verspannung. Vermehrte Muskelspannung wird über die Dehnung der Muskulatur beim sich tragen lassen fühlbar und messbar vermindert, idealerweise normalisiert. Verkrampfungen werden durch die Schwingungen des Pferderückens gelöst.
Das Pferd fördert also ein gesundes Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung/Gelöstheit.
Reitpädagogik wirkt sich positiv auf die gesamte Motorik, Gleichgewicht, Koordination, Reaktion, Symmetrie, Geschicklichkeit und Körperwahrnehmung aus.
Durch das Gleichgewichtstraining beim Reiten wird die Rumpfmuskulatur gefordert und gestärkt. Die Reiter müssen ihren Körper aktiv ausbalancieren, um auf dem Pferd stabil zu sitzen. Dies stärkt die Muskeln entlang der Wirbelsäule und fördert eine aufrechte Körperhaltung.
Darüber hinaus verbessert die Reitpädagogik die Körperwahrnehmung und das Körpergefühl. Reiter lernen, sich bewusst auf ihren eigenen Körper und dessen Positionierung auf dem Pferd zu konzentrieren. Sie entwickeln ein feineres Gespür für ihre Körperhaltung und lernen, Spannungen und Ungleichgewichte wahrzunehmen und auszugleichen.
Die dreidimensionalen Bewegungen des Pferdes übertragen sich auf den Reiter und fördern eine verbesserte Beweglichkeit der Wirbelsäule. Die sanften Schwingungen und Drehbewegungen des Pferderückens helfen, Verspannungen zu lösen und die Flexibilität der Wirbelsäule zu verbessern.
Durch regelmäßiges Reiten kann die Reitpädagogik somit zu einer aufrechten Wirbelsäule und einer gesunden Körperhaltung beitragen. Sie unterstützt die Kräftigung der Muskulatur entlang der Wirbelsäule, verbessert die Körperwahrnehmung und fördert die Beweglichkeit der Wirbelsäule, was langfristig zu einer besseren Körperhaltung führen kann.
Reitpädagogik stärkt das Immunsystem, indem sie auf ganzheitliche Weise auf den Körper einwirkt. Die Bewegungen des Pferdes aktivieren die Muskeln, fördern die Durchblutung und regen den Stoffwechsel an. Dadurch werden das Immunsystem gestärkt und die Abwehrkräfte des Körpers erhöht. Darüber hinaus kann der Kontakt mit Pferden auch Stress reduzieren, was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt.
Beim Reiten kommen Kinder und Erwachsene mit verschiedenen Mikroorganismen in Berührung, die natürlicherweise in der Umgebung vorkommen. Dies kann das Immunsystem herausfordern und zu einer verbesserten Widerstandsfähigkeit führen. Darüber hinaus findet die Reittherapie oft im Freien statt, wo frische Luft und Sonnenlicht die Vitamin-D-Produktion anregen, was wiederum das Immunsystem unterstützt. Durch diese Kombination aus natürlichen Keimen und der Stärkung des Immunsystems durch die Natur bietet die Reittherapie eine ganzheitliche Herangehensweise, um die Abwehrkräfte zu stärken und die Gesundheit zu fördern.
Auch die Herz-Kreislauffunktion wird in der Reitpädagogik gestärkt. Es wurde nachgewiesen, dass allein schon die Anwesenheit und Beobachtung von ruhenden Tieren, vielmehr noch das Streicheln, zu einer Senkung von Blutdruck und Herzfrequenz führen und die Ausschüttung von Stresshormonen reduzieren, was sonst nur bei einer 40-minütigen Hypnose erzielt wird.















